Sexarbeiterinnen demonstrieren in Zürich gegen Sexkaufverbot

Die Frauenzentrale Zürich veranstaltete eine Lesung zum Nordischen Modell, das den Kauf sexueller Dienstleistungen verbieten soll. Das «Sexworkers Collective» kritisierte, dass Sexarbeitende nicht in die Diskussion einbezogen wurden, und warnte vor den negativen Folgen des Modells. Als Reaktion rief das Kollektiv zu einer Protestkundgebung auf dem Helvetiaplatz auf.


Lustmap Redaktion
25. 3. 2025
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Am 18. März rief das «Sexworkers Collective» zu einer Demonstration auf dem Helvetiaplatz in Zürich auf. Der Protest richtete sich gegen eine von der Frauenzentrale Zürich organisierte Lesung im Volkshaus, bei der der schwedische Polizeikommissar Simon Häggström über das Nordische Modell sprach. Dieses Modell sieht vor, den Kauf sexueller Dienstleistungen zu verbieten und Freier zu kriminalisieren, während Sexarbeitende selbst straffrei bleiben.

Das «Sexworkers Collective» kritisierte, dass die Veranstaltung ohne aktive Sexarbeitende stattfand. «Es ist problematisch, über unsere Arbeit zu diskutieren, ohne uns selbst zu Wort kommen zu lassen», erklärte eine Sprecherin des Kollektivs. Man befürchte, dass das Nordische Modell die Arbeitsbedingungen verschlechtere, da es Sexarbeit in den Untergrund dränge und die Sicherheit der Betroffenen gefährde. Auf Instagram schrieb das Kollektiv: «Das Sexkaufverbot schadet der Sexarbeit und drängt sie in die Kriminalität.»

Die Frauenzentrale Zürich verteidigte die Veranstaltung. Geschäftsleiterin Olivia Frei erklärte, man habe keine aktiven Sexarbeitenden als Sprecher gefunden, da es schwierig sei, jemanden zu finden, der öffentlich sprechen wolle. Stattdessen habe man mit der Organisation Heartwings zusammengearbeitet, die sich mit der Situation von Frauen in der Prostitution gut auskenne. «Es ist nichts Neues, dass wir uns für das Nordische Modell einsetzen. Wir fordern seit Jahren dessen Umsetzung», betonte Frei.

Merly Asborgard, eine ehemalige Sexarbeiterin aus Schweden und Dänemark, sprach sich während der Veranstaltung für das Modell aus. Sie ist Gründerin der Organisation «Nemo Immortali Est», die sich gegen die sexuelle Ausbeutung von Frauen engagiert. Zusammen mit Häggström diskutierte sie über die praktische Umsetzung des Modells, verbreitete Mythen und die aktuelle Prostitutionspolitik in der Schweiz.

Das «Sexworkers Collective» sieht das Nordische Modell als Gefahr für die Rechte und Sicherheit von Sexarbeitenden und fordert mehr Mitsprache in politischen Debatten. Die Demonstration auf dem Helvetiaplatz war bewilligt und verlief friedlich.

Sexworkers Collectiv: https://sexworkers.ch